
um 1722, Pinsel in Braun über schwarzer Kreide, weiß und rosa gehöht auf graugrünem Papier, 26,4 x 41,1 cm, Inv.Nr. C 6334
Paolo Gerolamo, Sohn des Domenico Piola und mit diesem sowie seinem Bruder in einer Werkstattgemeinschaft, der »Casa Piola« tätig, gehört wie sein Vater zu den bedeutendsten Künstlern Genuas und war an zahlreichen Ausstattungsarbeiten der dortigen Kirchen und Paläste beteiligt.
Die Graphische Sammlung bewahrt rund 100 Zeichnungen der Familie Piola, die aus der Sammlung des Grafen Jacopo Durazzo stammen. 1722 schmückte Paolo Gerolamo Piola im Auftrag von Graf Filippo Durazzo einen Saal (sog. »Sala del Reni«) in dessen Palast (heute Palazzo Durazzo-Pallavicini) in Genua mit illusionistischen Malereien aus: hinter Säulen erscheinen dort Musikanten vor Balustraden.
Der Entwurf zu dieser Dekoration strahlt Heiterkeit und Schwerelosigkeit aus. Gerade die nur mit dem Pinsel sowie leichtem Bleiweiß und Rosa angedeuteten Architekturelemente und Figuren, die den graugrünen Papiergrund in großen Flächen bewusst in das äußere Erscheinungsbild des Blattes einbeziehen, sprechen für Piolas sensibles Farbempfinden auch in der Zeichnung. Die Heiterkeit und spielerische Eleganz des frühen 18. Jahrhunderts kommt ebenso zum Ausdruck, wie die Umsetzung des zeitgenössischen Musikcharakters in das Medium der Zeichnung. [ CH ]
http://staatsgalerie.de/graphischesammlung/italien_rundg.php | © Staatsgalerie Stuttgart